Mitverantworten. Mittragen. Mitarbeiten.

Klaus Andersen, als Weltlicher Vorsteher der Ev. Brüdergemeinde Korntal gleichzeitig Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und des Diakonierats, skizziert das Verhältnis der Gemeinde zu ihrer Diakonie.

Wie ist die Verantwortlichkeit für die Diakonie der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal strukturiert?

Zuständig für die gemeinnützige Diakonie-GmbH ist die Brüdergemeinde als alleinige Gesellschafterin. Für die Mitglieder des Brüdergemeinderats als Verantwortliche der Gemeindeleitung und für die Gemeindeglieder ist der diakonische Auftrag zur tätigen Nächstenliebe aber mehr als nur eine strukturelle Zuständigkeit – er ist seit fast 200 Jahren vor allem eins: ein Herzensanliegen.

Mitverantwortung

Der Brüdergemeinderat übernimmt Mitverantwortung als Gesellschafter und beruft einzelne Mitglieder aus seiner Mitte in das Aufsichtsgremium Diakonierat. Dieser begleitet und fördert beratend Entwicklungen in der Diakonie und fasst Beschlüsse auf Grundlage der Satzung. Zudem vernetzt der Diakonierat die Diakonie organisatorisch mit der Brüdergemeinde. Diakonieratssitzungen finden in Räumen der verschiedenen Diakonieeinrichtungen statt.

Mit einem ausführlichen Bericht des jeweiligen Einrichtungsleiters erhalten wir jedes Mal umfassenden Einblick in die aktuelle und perspektivische Situation vor Ort. Ergänzt wird der Bericht des Einrichtungsleiters seit 2020 durch einen Beitrag des Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung. Für die Offenheit und die Gespräche mit Verantwortungsblick, die sich daraus ergeben, sind wir sehr dankbar. So können wir unsere Mitverantwortung besser wahrnehmen – in guten wie in schwierigen Zeiten.

Als Gesellschafterversammlung ist uns wichtig, der erweiterten Geschäftsführung und allen Mitarbeitenden zu sagen und sie erleben zu lassen, dass wir in der Arbeit unserer Diakonie einen klaren Auftrag für uns als Brüdergemeinde sehen und vollumfänglich dahinterstehen. Im Januar 2020 haben wir als Gesellschafter in einem Positionspapier Eckpunkte zur Situation und Entwicklung der Diakonie formuliert und uns mit klarem Bekenntnis zu ihrem Auftrag positioniert. Dieses Papier hat als Leitlinie in den Strategieprozessen, die 2020 durch Geschäftsführer und Einrichtungsleiter begonnen wurden, eine hilfreiche Orientierung gegeben.

Mitarbeit

Was motiviert uns als Brüdergemeinde zur Mitarbeit in der Diakonie? Jedes Jahr im Oktober hat der Diakoniesonntag seinen festen Platz im Gottesdienst der Gemeinde. 2020 lautete einer der Hauptsätze: „Gemeinde und Diakonie gehören zusammen.“ Pfarrer Jochen Hägele betonte in seiner Predigt, dass diese Verzahnung eines der besonderen Kennzeichen unserer Korntaler Diakonie ist. „Diakonie als tätige Nächstenliebe ist ein Grundauftrag der Gemeinde Jesu von Anfang an“, führt Hägele weiter aus. Professionelle Einrichtungsdiakonie erhält so geistliche Unterstützung und Rückhalt durch eine betende Gemeinde.

Wie kann Mitarbeit konkret aussehen?

Beispielweise so, indem sich Ehrenamtliche aus der Gemeinde und Teilnehmende des Orientierungsjahres im Altenzentrum, auf dem Schulbauernhof und in anderen Einrichtungen einbringen. Die Kinder- und Jugendreferenten stellen Kontakte her und vermitteln Angebote. Die Theologen aus dem Gemeindebüro halten regelmäßig Mitarbeiterandachten in der Jugendhilfe, im Altenzentrum und in der Hauptverwaltung. Seit Oktober 2020 werden beide Gottesdienste am Sonntagmorgen live ins Altenzentrum übertragen. Pfarrer Jochen Hägele und Pastor Reinhold Frasch werden immer wieder auch in persönlichen seelsorgerlichen Fragen von Mitarbeitenden der Diakonie um Rat und Hilfe angefragt.

Mittragen

Das Mittragen der Diakonie im Gebet in Gottesdiensten und Gebetskreisen spielt eine wesentliche Rolle im Dienst für die Diakonie. In der herausfordernden Corona-Zeit machen sich Bläser des Posaunenchors regelmäßig auf den Weg zum Altenzentrum, um die Bewohner mit geistlichen Liedern zu erfreuen. Rund um Weihnachten, als strikte Kontaktsperre herrschte, sowie während der Allianz-Gebetswoche im Januar 2021 boten die Hauptamtlichen der Brüdergemeinde Sondergottesdienste und Gebetstreffen an, die vom
Andachtsraum des Altenzentrums über die Hausanlage in Wohnungen und Zimmer übertragen wurden.

"Unsere Diakonie liegt uns am Herzen: in der Mitverantwortung, im Mitarbeiten und im Mittragen."

Das ist für mich ein WERTVOLLer Dreiklang gemäß dem Diakonie-Jahresmotto 2021:
WERTVOLL: Durch Dich. Für Andere. Miteinander.

Als Gemeinde sind wir füreinander da und tragen Aufgaben miteinander. Wenn in Krisenzeiten manches wegbricht, kristallisiert sich heraus, was wirklich Wert hat. Für die einen steigt die Nachfrage nach Gold, für andere nach „Schätzen im Himmel“. Unsere eigentliche Krisenwährung ist der Glaube an Gott und das Gebet zu dem, der ermutigend sagt: „Siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt!“

Die Evangelische Brüdergemeinde Korntal wurde 1819 gegründet.
Als selbstständige evangelische Gemeinde vertraglich verbunden mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
„Geistlicher Vorsteher“: Jochen Hägele (Gemeindepfarrer).
„Weltlicher Vorsteher“: Klaus Andersen. Verantwortlich für wirtschaftliche, rechtliche und verwaltungstechnische Belange von Brüdergemeinde und Wirtschaftsbetrieben. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Diakonie (1823 gegründet, in Trägerschaft der Ev. Brüdergemeinde).

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