Ev. Brüdergemeinde und Diakonie Korntal - Projekt Erinnerungskultur bis 2021 verlängert

(Korntal, 09. Juli 2020) Die Erarbeitung einer angemessenen Form des Gedenkens an das Missbrauchsgeschehen in den Kinderheimen der Evangelischen Brüdergemeinde und ihrer Diakonie in Korntal und Wilhelmsdorf in den 1950er bis 1980er Jahren wird aufgrund der Corona-Ereignisse bis 2021 verschoben. Die Möglichkeit für ehemalige betroffene Heimkinder, sich bei der Aufklärerin Frau Dr. Brigitte Baums-Stammberger zu melden und ein Gespräch mit ihr zu führen, wird ebenfalls um ein Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert.

Gemäß der bisherigen Planung sollte das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen für eine geeignete Form der Erinnerungskultur Mitte 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für die Erarbeitung von Vorschlägen war Anfang 2020 eine Arbeitsgruppe aus Vertretern betroffener ehemaliger Heimkinder aus Korntal und Wilhelmsdorf und der Evangelischen Brüdergemeinde und ihrer Diakone gebildet worden. Ein erstes Treffen hatte im Februar 2020 stattgefunden. Leider hat Corona die Fortsetzung der Gespräche bisher nicht erlaubt. Die Vorbereitungsphase für die Gestaltung und Umsetzung des „Projekts Erinnerungskultur“ ist deshalb bis 2021 verlängert worden, damit alle Beteiligten ausreichend Zeit für weitere Planungen haben.

Gespräche mit der Aufklärerin Baums-Stammberger sind bis Mitte 2021 möglich

Die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch mit Frau Dr. Baums-Stammberger für Betroffene, die sich bisher noch nicht gemeldet hatten, wird ebenfalls um ein Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Ehemalige betroffene Heimkinder haben damit auch die Möglichkeit, einen Antrag auf Anerkennungsleistungen zu stellen. Die Aufklärerin hatte bis zur Veröffentlichung des Aufklärungsberichts im Juni 2018 bereits 115 Interviews geführt. Danach hatten sich bis Ende Juni 2020 nochmals 31 weitere Personen gemeldet. Hiervon stehen noch einige Gespräche aus, die wegen der Einschränkungen durch Corona verschoben werden mussten. „Zu einem überwältigenden Teil sind die bisherigen Gespräche von großem Vertrauen und Dankbarkeit der Betroffenen getragen“, äußert sich Frau Dr. Baums-Stammberger sehr berührt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass viele ihrer Gesprächspartner auch nach Abschluss ´ihres´ Verfahrens weiterhin Kontakt zu ihr halten und bei Fragen und Problemen, die mit dem Heimaufenthalt nichts zu tun haben, per Mail ihren Rat einholen. „Ich hoffe, dass die Verlängerung dazu beiträgt, dass weitere ehemalige Heimkinder sich melden und zu einem Gespräch bereit sind“, so die Aufklärerin.

Kontakt: Frau Dr. Brigitte Baums-Stammberger, Tel. 0174-7121108, E-Mail: aufklaerung.korntal@gmx.de.

Klaus Andersen: „Dialog ist Grundlage für Aufarbeitungsprozess und für Erinnerungskultur“

Für Klaus Andersen, den Weltlichen Vorsteher der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal, befindet sich der bisherige Dialogprozess zwischen ehemaligen betroffenen Heimkindern und Vertretern von Brüdergemeinde und Diakonie um eine geeignete Form der Erinnerung auf einem konstruktiven Weg. „In der aktuellen Debatte zum Thema Missbrauch ist auch gesellschaftlich viel im Umbruch. Das Thema ´Prävention und Opferschutz´ sowie ´Anerkennung von erlittenem Leid´ wird derzeit auf breiter Basis diskutiert. Wir haben von unserer Seite aus immer wieder betont, dass wir als Brüdergemeinde und Diakonie zu unserer Verantwortung stehen und uns für eine nachhaltige Aufarbeitung der damaligen Ereignisse in unseren Heimen einsetzen. Das direkte Gespräch mit Betroffenen war uns dabei von Anfang an wichtig. Der bisherige Austausch in der gemeinsamen „Arbeitsgruppe Erinnerungskultur“ sehen wir als gute Möglichkeit, diesen Dialog mit einem in die Zukunft gerichteten Blick fortzusetzen“.

Pressestelle Evangelische Brüdergemeinde Korntal und Diakonie, Saalplatz 1, 70825 Korntal-Münchingen
T: 0711.839877-0, M: 0163.744 2222 (Gerd Sander, Pressesprecher), presse@diakonie-bgk.de, www.diakonie-korntal.de

Bild von Jody Davis auf Pixabay

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